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W.A. MOZART - COSI FAN TUTTE - 17.4.2010
Über allem, unter allem, um alles herum:
Mozarts farbenreiche, intensive und den Text vielfältig
ausdeutende Musik.
Johannes Willig verwirklicht mit den hellwach und
präzise musizierenden Kieler Philharmonikern einen
gemäßigt historisch informierten, transparenten Klang.
Seine Tempi sind spritzig und temperamentvoll,
können sich dynamisch und dramatisch steigern,
geben aber in den innigsten Momenten der exponierten
Arien dem langen Atem Raum.
Da offenbart Willig ein souveränes Gespür für die seelischen
Spannungen in der Handlung, fein abgestimmt auf
Siegfried Bührs Regiekonzept, das sich bewusst von der
reinen „opera buffa“ entfernt und im Sinne der
Gattung „dramma giocoso“ die Ernsthaftigkeit sucht.
Kieler Nachrichten, 18.4.2010, Christoph Munk
Für die vielen kammermusikalischen Feinheiten der Partitur
hat Johannes Willig die leichte Hand, lenkt vom Cembalo
aus die sensibel reagierenden Philharmoniker und hält
begleitend auch die Rezitative in Schwung.
Schleswig-Holsteinischer Zeitungsverlag, 19.4.2010, Wolfgang Butzlaff
Sowieso bescherten Sänger und Orchester unter der
Leitung von Johannes Willig dem Premierenpublikum
einen heiteren Abend.
Das Orchester spielte frisch und lebendig und wie vom
Frühlingswetter beflügelt. Alle sechs Sänger machten
ihre Sache großartig, sangen und spielten mit viel Lust,
Gefühl und fantastischer (Selbst-)Ironie.
Kieler Leben, 18.4.2010, Franziska Falkenberg
Alban Berg - WOZZECK - März 2010
...Große Zustimmung für alle, besonders aber
für Willig und die Philharmoniker ...
Es raunt und quietscht, schreit und schmeichelt,
schwelgt und verletzt, was da aus dem
Orchestergraben aufsteigt.
Die Kieler Philharmoniker bestehen überzeugend
die schwere Prüfung. Im Laufe des Abends nimmt
Alban Bergs großartige, mal groteske, mal innige
Wozzeck-Partitur immer genauere Konturen an.
Geschieht Unfassbares, dröhnt sie bohrend, um
bald danach (so im grandiosen Zwischenspiel
zur Schlussszene) betörend zu verklären.
Man soll es nicht für möglich halten, bekommt
aber vom stellvertretenden Generalmusikdirektor
Johannes Willig am Pult den eindrucksvoll transparent
gemachten Nachweis: Bergs so emotional packende
Expressionismen sind kunstvoll, ja künstlich
durchorganisiert bis ins letzte Detail.
Kieler Nachrichten, 7. März 2010, Christian Strehk
Eine überragende Rolle spielt dabei das Orchester.
Der atonale Stil, die vielen Disharmonien und Tempowechsel
die Kieler Philharmoniker unter der Leitung von
Johannes Willig meistern jede Schwierigkeit bravourös.
Kieler Leben, 7. März 2010, Franziska Falkenberg
Anhaltender Applaus für diese Aufführung aus einem Guss!
Zweifellos hat sie Johannes Willig mit den
Kieler Philharmonikern sorgfältig einstudiert und im prall
gefüllten Orchestergraben exakt nachgestaltet.
Schleswig-Holsteinischer Zeitungsverlag, 8. März 2010, Wolfgang Butzlaff
Alban Bergs Musik scheint auch Johannes WILLIG besonders zu liegen.
Mühelos hielt der Dirigent diesmal das Geschehen zusammen und
schuf mit souveräner Hand den vollkommenen, musikalischen Rahmen
für das Drama auf der Bühne.
Anke Hartmann, www.mittelloge.de
Beethoven 9. Sinfonie - Januar 2009
Johannes Willig, ein intelligent-mutiger, eigenständiger
Kopf, nimmt den 1. und 3. Satz vergleichsweise zügig.
Damit nähert er sich Beethovens Tempovorgaben
stärker an als gewohnt. Sicher, man verliert als Interpret
dadurch etwas: das massiv Zerklüftete, von dem Adorno
so gern sprach, effektvolle Atempausen, massiv inszenierte
Größe und Erhabenheit. Kiels Philharmoniker müssen sich
auf solches Tempogefühl erst einstellen......
.... Willigs Interpretation gewinnt vor allem:
„klassischen“ Zug, revolutionären Schwung, unpathetische
Eindringlichkeit. Und es wäre schön, wenn er dies erfolgreiche
Entschlackungskonzept ausbauen und expressiv vertiefen könnte.
Dann würden die fließenden Tempi weiter an Spannung und
innerer Differenzierung gewinnen, käme im langsamen Satz
die Bewegtheit noch gelassener und kantabler daher, wo sie
diesmal gelegentlich noch etwas atemlos wirkt. Wie tragfähig
Willigs Konzept schon ist, zeigen beispielsweise die Celli und
Bässe in den wunderbar „sprechend“ und präzise gestalteten
Rezitativen des Finales und in der gleichsam halblaut
„gedachten“, innerlich belebten Freuden-Melodie.
Kieler Nachrichten, 2. Januar 2009, Michael Struck
Puccini - Turandot - Kiel - Juni 2008
Einhelliger Jubel im Opernhaus: Dem Regisseur Uwe Schwarz und
Kiels zweitem Generalmusikdirektor Johannes Willig ist eine
Neuproduktion von Giacomo Puccinis Oper Turandot geglückt,
die hinter der pompösen Fassade eine zeitlos gültige Politparabel
entdeckt - voll von bösen Spitzen und ahnungsvollen Schönheiten.....
Die glasklare Werkanalyse, die Puccinis vermeintlich folkloristisches
Es-war-einmal-Märchen zur heutigen Politparabel adelt, findet ihr
Pendant an entscheidender Stelle: Der Dirigent Johannes Willig,
die Kieler Philharmoniker und die Chöre leuchten in optimaler
Abstimmung tief in das kunstvoll gewebte Netzwerk der
unvollendeten Partitur hinein. Die Chöre skandieren präzise,
betören mit gestaffelter Dynamik und guter Intonation. Willig hat
die Philharmoniker im Graben werkdienlich neu gruppiert,
kontrolliert souverän das Lauern perkussiv tickender Rhythmen
und erntet ein glitzerndes Kaleidoskop allemal moderner Klänge
des Jahrgangs 1924.
Kieler Nachrichten, 16. Juni 2008, Christian Strehk
Johannes Willig entfacht im Philharmonischen Orchester geradezu
ein Höllenfeuer. .... Das fernöstliche Instrumentarium wird
eindrucksvoll bedient, und Berios Bläserzusätze beeindrucken
gerade, weil sie so modernistisch, aber zu Puccinis Musik stimmig
daher kommen.
Ein großartiger Abend, der zu Recht vom Premierenpublikum
begeistert aufgenommen wird. Die Inszenierung wird in die nächste
Spielzeit übernommen.
HS- Kulturkorrespondenz, 15. Juni 2008, Horst Schinzel
... ermöglicht Berios langgezogenes Orchesterzwischenspiel an
diesem entscheidenden Wendepunkt eine von feinsten Farben
umflorte zartstimmige Annäherung als ätherisches Finale im Geiste
des Impressionismus. Johannes Willig bereitet Berios moderne
Schlussversion mit den präzisen Philharmonikern der Landeshauptstadt
behutsam vor: Er lässt es in den martialischen und von David Maiwald
punktgenau einstudierten Chören nicht nur ordentlich krachen,
sondern macht die zeitgenössischen Parallelen dieser modernen
Partitur spürbar.
Die Welt, 16. Juni 2008, Peter Krause
Don Quijote von Christobal Halffter - Oper Kiel - April 2006
Auch Halffters Musik scheint an Kraft gewonnen zu haben,
zumal in Kiel manches differenzierter klingt als im
grossen Madrider Haus. Die Materialschichtungen werden
deutlicher: Die Ummünzung vom Renaissance-Lied ins kollektive
Agressions-Inferno, die elegische Würde mancher Lyrik,
das Schrillen der Cluster, die Noblesse des Solocellos,
der Auf-und Abbau komplexer Klangstrukturen ergeben
einen weiten Fächer von Halffters Stil, in dem das
altspanische Erbe seinen durchaus auratischen Platz hat,
ohne quasi exotisches Stimmungszitat zu werden.
Johannes Willig dirigiert schlüssig, und Orchester und Chor
hinterlassen vorzügliche Eindrücke.
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 3. Mai 2006, Gerhard R. Koch
Statt Literaturoper Elegie auf Cervantes
Diese Ideen musikalisch und szenisch umzusetzen, bedarf es eines
riesigen Apparates. Es spricht für die Kieler Oper, dass alle Beteiligten
ihre Aufgaben unter der Stabführung von Johannes Willig sicher
zu lösen wussten. Die Oper der beiden Spanier endet im Nichts,
von der Aufführung kann man das nun durchaus nicht sagen.
Die wird an diesem Premierenabend herzlich und mit vielen
Bravos gefeiert Bravos sogar für den Komponisten.
Bei einem "Neutöner" will das nun wirklich etwas heißen.
Linkszeitung, 30. April, Horst Schinzel
Gern legt der Komponist, der die gewaltige Partitur mit ihren sechs
von Andrés Amorós aus dem Roman extrahierten Szenen für Kiel
leicht ausgelichtet hat, verschiedene Schichten übereinander.
Kiels stellvertretendem GMD Johannes Willig obliegt damit eine
beinahe übermenschliche, zumindest übermännliche Aufgabe:
die gleichzeitige Koordination divergierender Vorgänge,
denen die Partitur häufig auch noch zubilligt, "indipendente"
(aleatorisch, also zufallsgesteuert unabhängig) zu agieren.
So durchdringen und ballen sich Lyrisches, aggressiv Perkussives,
Historisierendes und Gesungenes. .....Johannes Willig,
den Gruppen der Kieler Philharmoniker und dem Ensemble ist
höchste Achtung für ihren aufrechten und stimmungsvollen Kampf
mit vielen Windmühlenflügeln zu zollen.
Kieler Nachrichten, 2. Mai 2006, Christian Strehk